Liebe Menschen in Hepsisau,
„Dieses Jahr ist alles anders!“ Diesen Satz haben wir oft gehört und gelesen. Und es stimmt ja auch: Erwartungen und Wünsche haben sich nicht erfüllt, Pläne konnten nicht verwirklicht werden und gewiss haben sich auch Hoffnungen (erst einmal) zerschlagen. Mit so einem Jahr hat wirklich niemand von uns gerechnet!
„Alles anders als erwartet!“ könnte auch die passende Überschrift für die
Weihnachtsgeschichte der Bibel sein.
Hatte Maria damit gerechnet, dass sie ein Kind, das außerdem auch noch Gottes Sohn ist, zur Welt bringen würde? Wollten sie und Joseph nach Bethlehem aufbrechen? Konnten sie sich vorstellen, dass ihr Kind in einem Stall zur Welt kommen würde? Bestimmt nicht. Alles war verwirrend und ungewiss. Aber als die Hirten kamen und von ihrem Erlebnis draußen bei den Schafen berichteten, erkannte Maria den Sinn des Ganzen und dass es tatsächlich stimmte, was der Engel ihr angekündigt hatte. Die Weisen aus dem Morgenland erwarteten den prophezeiten neuen König der Juden in einem Palast. Dort suchten sie ihn. Und landeten bei Herodes, der dem Kind sogar nach dem Leben trachtete. Später fanden sie es dann doch – in einem Stall. Und dann mussten Maria und Josef mit dem Kind sogar nach Ägypten fliehen, statt in ihr Zuhause nach Nazareth zurückkehren zu können.
Was für verrückte und schwierige Umstände, in die Jesus hineingeboren wurde!
Aufgrund der im eigentlichen Sinne des Wortes verrückten Umstände durch die Corona- Pandemie haben wir im Kirchengemeinderat am Mittwochabend folgendes beschlossen: Während der Zeit des Lockdowns verzichten wir auf Gottesdienste, bei denen Menschen sich versammeln. Das gilt ab jetzt bis zum 10. Januar. Wir schließen uns damit einem Aufruf von Pfarrerin Gerlinde Feine aus Böblingen an, den sie an die katholischen und evangelischen Kirchen gerichtet hat. Dort heißt es am Schluss:
„Wir danken der Politik für ihr Entgegenkommen und ihre Anerkennung unserer Hygienekonzepte sowie für die Rücksichtnahme auf unser Grundrecht der freien Religionsausübung. Angesichts der Lage verzichten wir darauf, dieses Grundrecht auszureizen. Wir gehen mit der Gesellschaft in den Lockdown.“
Wir möchten mit dieser Entscheidung Menschen schützen. Ihnen sagen: Bleibt daheim. Wir möchten ein Zeichen der Solidarität setzen mit dem Personal der Krankenhäuser und Pflegedienste, mit den Menschen, die in den Landratsämtern und Gesundheitsämtern arbeiten. Wir wissen aus persönlichen Gesprächen, dass sie mit ihrer Kraft am Ende sind. Besonders denken wir auch an die Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, und die seit Monaten, mit einer kleinen Verschnaufpause im Sommer, in Angst leben. Mit ihnen allen und mit den Menschen, die sich nicht trauen, zum Gottesdienst zu kommen, weil sie kein gutes Gefühl dabei haben, verbinden wir uns und bringen an diesem Weihnachten das Weihnachtsevangelium
zu Ihnen nach Hause. Vielleicht können wir so auch etwas dazu beitragen, dass sich die Lage bald entspannt.
Wir werden Ihnen kurz vor oder an Heiligabend eine Andacht zukommen lassen und eine Online-Andacht in unserer Kirche aufnehmen, die Sie über unsere Homepage abrufen können. Ein entsprechender Link wird dort ab dem 24. Dezember zu finden sein. Diese Andacht werden wir, wenn es klappt, auch auf DVD brennen und sie zu Menschen bringen, von denen wir vermuten, dass sie keinen Zugang zum Internet haben. Vielleicht mögen sie die Aufnahme ja dann auch weitergeben. Um 18 Uhr am Heiligen Abend werden die Glocken unserer Kirche für eine Viertelstunde läuten. Wenn Sie wollen, stellen Sie eine Kerze an Ihre Haustüre und denken Sie an die
Menschen, mit denen Sie verbunden sein wollen. Ihre Spenden für Brot für die Welt können Sie in den Briefkasten beim Pfarrhaus einwerfen oder überweisen auf das Konto der Kirchengemeinde Hepsisau bei der KSK Esslingen mit dem IBAN DE82 6115 0020 0048 8061 49, Stichwort „Brot für die Welt“. Leider dürfen wir über die Feiertage unsere Kirche nicht offenlassen. Eine geöffnete Kirche zu besuchen, ist laut Sozialministerium kein triftiger Grund, das Haus zu verlassen.
Uns ist bewusst, dass diese Einschränkungen drastisch sind und wir meinen nicht, dass wir es damit besser machen als andere Kirchengemeinden. Wir sind auch bei weitem nicht die einzige Kirchengemeinde, die diesen Weg geht.
Wir machen es so, weil wir es, nach bestem Wissen und Gewissen geprüft, für einen guten Weg halten.
Wir grüßen Sie herzlich, Ihre Ute Stolz mit allen Kirchengemeinderätinnen und -räten.

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