Impulse und sonntägliche Andachten


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Geistliches Wort zum Feiertag „Christi Himmelfahrt“:

Psalm 47 (EG 726)

Lied: Jesus Christus herrscht als König (EG 123)

Predigttext. Joh. 17, 20-26:

Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

„Na, wo ist er denn jetzt, der Jesus, im Himmel oder bei uns auf der Erde?“ Das ist eine Frage, die nicht nur Konfirmanden stellen, wenn man das Apostolische Glaubensbekenntnis bespricht.

Für alle ist klar: Jesus ist als Mensch seit seiner „Himmelfahrt“ nicht mehr unter uns.

Heute lesen wir seine Bitte an Gott, als er seine Freundinnen und Freunde hier auf der Erde verlässt. Er möchte sie alle in guten Händen wissen. Und sicherlich meint er dabei alle, die zu seinem Freundeskreis gehören, auch wenn sie Jesus selbst nicht mehr erlebt und gekannt haben.

Ein Satz in diesem Abschiedsgebet könnte auch die Überschrift sein: „Damit sie alle eins seien!

Jesus weiß um die Verschiedenheit und die Unterschiede der Menschen. Von Gleichmachung spricht Jesus also sicherlich nicht.

Doch „Alle eins in Gott“, das ist ein Wunsch, den ich gerne teile. Weil damit eine besondere Einheit beschrieben ist: „damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.“ „Eins sein“ meint also Einheit in der Liebe von Vater, Sohn und uns. Jesus nimmt uns in die Liebesgemeinschaft von Gott und Menschen hinein.

Dass diese Einheit in der Liebe nicht so leicht herstellbar ist wissen wir. Wir kennen ja die unterschiedlichsten Meinungen, Lebensentwürfe, religiösen Vorstellungen und kulturelle Äußerungen von Menschen. Selbst innerhalb der Christenheit und selbst innerhalb unserer Landeskirche.

Das Schöne am Gebet Jesu: Er fordert sie nicht von seinen Freundinnen und Freunden, sondern bittet den Vater um die besondere Gemeinschaft, „dass alle eins seien“. Mich entlastet das. Denn ich spüre darin: Ich darf mich wohl um das Einssein bemühen, aber machen kann ich es nicht. Gott kann es und darauf darf ich vertrauen.

Ein Symbol dafür ist das Bild auf einem Wandteppich im Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf, auf dem in der griechischen Sprache des Neuen Testaments dieses »Damit alle eines seien« steht. Auf grünem Untergrund und sozusagen über das weite Erdenrund verstreut, durch den sich darüber wölbenden Regenbogen zusammengehalten, sind viele sehr unterschiedliche Kirchengebäude zu sehen. Das Himmelsgewölbe ist an einer Stelle offen. Dort steht eine Christus-Figur zwischen Himmel und Erde. Sie ragt zum größeren Teil in die irdische Sphäre hinein und gehört ihr dennoch nicht (mehr) an. Es ist der zum Himmel aufgefahrene Christus, der gleichzeitig so gestaltet ist, als stiege er auf die Erde herab. Zentral unter der Christus-Figur und zwischen all den verschiedenen Kirchengebäuden steht das »damit alle eines seien«. Amen

Gebet

Himmlischer Vater, du hast uns in dein Reich aufgenommen,
und dein Herzenswunsch ist es, alle Menschen zu dir hin zu ziehen.
Schenke uns einen klaren Blick, der die Menschen so sieht, wie du sie siehst,
Einfühlsamkeit, damit wir uns in ihre Lage versetzen können
und ein warmherziges Lächeln, das sie in deinem Namen willkommen heißt.
Gib uns ein großmütiges Herz,
auf dass unsere Kirche ein Vorgeschmack auf den Himmel werde,
in der jede Seele, die du uns geschickt hast,
ein liebevolles Zuhause findet in der Gemeinschaft mit deinem Sohn,
unserem Retter, Jesus Christus.
Amen. (Gebet aus der Anglikanischen Diözese Mauritius, Kirche der Provinz des Indischen Ozeans.)